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Liebe Leser
Sport-heute.ch schliesst seine Tore. Nach 11 Jahren möchte ich andere Projekte verwirklichen, auf Reisen gehen und das Leben endlich in vollen Zügen geniessen. Es waren 11 wundervolle Jahre mit Ihnen. Sport-heute.ch bleibt mindestens die nächsten Jahre als Bilderbuch noch bestehen. Doch jeder Abschied kann auch ein neuer Anfang sein. Nun ist es endgültig. Ich wünsche Ihnen eine weiterhin schöne Zeit. Ich danke Ihnen für die Lesertreue und Ihre ehrliche Begeisterung mit grosser Dankbarkeit. Danke, dass ich Sie 11 Jahre verwöhnen durfte.

Tschau und auf Wiedersehen.

Ihr
Marcel Krebs

Wer weiterhin mit mir und Sämi in Kontakt bleiben will, kann dies über meinen persönlichen Blog.
www.marcelkrebs.ch.

Dear Users
Sport-heute.ch closes its gates. After 11 years I would like to realize other projects, go on journeys and finally enjoy life to the fullest. There were 11 wonderful years with you. Sport-heute.ch will continue to exist as a picture book for at least the next few years. But every farewell can also be a new beginning. Now it is final. I wish you a good time. I would like to thank the readership and your honest enthusiasm with great gratitude. Thank you for spoiling you for 11 years.

Chess and goodbye.

you
Marcel Krebs

Anyone who wants to stay in touch with me and Sämi can do so through my personal blog.
www.marcelkrebs.ch.

 

 

Die Wahrheit kennt nur der Berg - Der Matterhorn Ultraks Trail

Geschrieben von Marcel Krebs am .

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Alle Bilder Sport-heute.ch (C) Marcel Krebs 

 Die Wahrheit kennt nur der Berg

Zermatt, 22.8.15 mk - Die Sonne stand schon früh hoch oben am Himmel. Der heutige Tag versprach ein ganz besonderer zu werden. Ja, es wurde ein wirklich echter Bilderbuchtag. Die erste Bahn, die über dreihundert Menschen nach dem Gornergrat brachte, war bis auf den letzten Platz besetzt. Schon unten im Tal war die Stimmung unter den Menschen gross. Und man fühlte es richtig, Höhenmeter um Höhenmeter, die der braune Zug den Berg erklomm, strahlten die japanischen Touristen, die in der Mehrzahl im Zug sassen mehr und mehr. Alle wollten aufs Dach über Zermatt, dem Gornergrat. 3112 m.üM. er war am Matterhorn Ultraks Trail die Terasse ganz hoch oben. Ein Ausblick auf über 38 Viertausender. Fantastisch. Und genau hier werden in Kürze die absolut verrücktesten Läufer in einem unglaublichen Tempo vorbeirennen. 

Gespannt starrte ich wie auch Hunderte von Touristen hinab ins fünfhundert Meter tiefer liegende Hochtal. Jettz! Ja, sie rennen da weit unten durch. Durchs 600er-Objektiv sehe ich es genau. Zuerst ein Blauer und dann kommt der spätere Held des Tages im weiss-roten Salomon Trikot, Martin Anthermatten. Schade, nicht alleine an der Spitze ist mein Geheimfavorit. Doch ich weiss, er wird sich diesen zweiten Zwischenrang nicht auf sich sitzen lassen. Meine Vermutung wurde dann später exakt bestätigt. Doch zuerst schaute ich gespannt auf die Kurve, hinter der die ersten Rennläufer demnächst ins Blickfeld meiner Kamera kamen. Der Führende, der Spanier Egea Aritz bog um die Kurve und nahm die letzten wenigen Höhenmeter zum Kulminationspunkt auf dem Gornergrat locker. Eine solche Zuschauerkulisse finden die Läufer sonst nur im Stadion. Hunderte Japaner, Chinesen, Engländer, Amerikaner, Russen und noch vieler Länder mehr klatschten und tobten. Das war ein echtes Spektakel. Und erst als Martin Anthermatten oben war, übertönte die Menge das Rotorengeräusch vom begleitenden Filmheli der Air Zermatt. 

Für Läufer und Publikum war diese Begegnung wie auf einem anderen Planeten. Während ich mich zum nächsten Reportagepunkt im 600 Höhenmeter tiefer liegenden Riffelberg aufmachte, holte Martin Anthermatten alles aus sich heraus. Der Grenzpolizist, Skibergsteiger, Bergführer und Profisportler zeigte auf diesem Tallauf, was in ihm steckt. Ich zeigte wiederum, was in einem fliegenden Fotografen steckt, leider mit einer Unachtsamkeit, dass ich auf dem Riffelberg den Bergbach in meine Schuhe umleitete. Nasse Füsse halten bekanntlich den Menschen wach und das war gut so. Die Erfrischung mit wohlfühl Fussbad liess mich anschliessend über die Alpwiesen fliegen. Von jetzt an galt meine Aufmerksamkeit dem gewöhnlichen Fussvolk. Dabei sind diese grossartigen Ausdauersportler ganze Athleten, die kein Hindernis scheuen und auch nicht von einem rennmässig zurückgelegten Rennlaufen Talwärts zurückschrecken. Im Kamekazestil gings über Stock und Stein. Dabei verliefen die Talläufe der Frauen noch viel dramatischer. Ohne Rücksicht auf Verlust rasten diese weiblichen Engelsgeschöpfe ins Tal. 

Hinauf zum Schwarzsee 

3600 positive und 3600 negative Höhenmeter hatten heute die Athleten zu bewältigen. Die 46 Km lange Strecke hatte alles, was das Ultrherz der Läufer verlangte. Die letzte Steigung von der Hermetje hinauf zum Schwarzsee hatte es dann doch faustdick in sich. Hier trennte sich nun der Spreu vom Weizen. Auf den gut siebenhundert positiven Höhenmetern und sechs Kilometern Länge kämpften jetzt diese Superathleten, Frauen und Männer mit sich und ihrem inneren Schweinehund. Auf dem letzen Zacken schnauften sie bergauf. Immer wieder der Blick hinauf. In Gedanken wünschte jeder, dass er bereits oben wäre. Der Weg zum vollständigen Trailglück ist dennoch lang. Viel zu lang. So meinte später Jean Claude: " Da bist du nun 13 Kilometer bergab gerannt und siehst urplötzlich eine nie endende Steigung vor Dir. Es stellt Dir einfach ab. Deine Knie schlottern noch immer vom Bergablaufen, Deine Kräfte sind inzwischen gewaltig geschwunden. Deine Batterie ist bereits in den ersten Metern der Steigung im roten Bereich. Du fluchst mit Dir selber, warum, was tu ich mir da an. Doch Du weisst, wenn Du oben bist, wird Dich ein unglaubliches Glücksgefühl durchströmen. Nach diesem Gefühl bist du süchtig. Doch um es zu erreichen, musst Du leiden, leiden und vieles überwinden. Du wirst überholt, Du selber kannst längst nicht mehr schneller. Du suchst nach der inneren Wahrheit, welcher? Du zweifelst, die Tränen der Enttäuschung, der Verzweiflung stehen Dir zuvorderst. Du kannst nicht mehr, doch Du zwingst Dich immer wieder, weiter zu machen. Noch drei Kilometer, Du hast Krämpfe, der Schweiss rinnt in Strömen Deinen Körper herunter. Die Augen brennen. Dein Blick immer wieder nach oben, Dir wird schwindlig, Du wirst immer wieder überholt - dann kommst du über eine Kuppe und siehst ein paar Hundert Meter vor dir die Menschenmenge, die Dich die letzten Meter bis auf die Passhöhe treibt. 

Die Tränen kullern Dir jetzt übers Gesicht, Du hast es geschafft, jetzt sind es nur noch ein paar Kilometer des Leidens bergab. Doch hier direkt unter dem Matterhorn überkommen Dich Gefühle, Glücksgefühle. Du spürst Dich, Du spürst dieses Gefühl vom Kopf bis zu den Zehenspitzen, unbeschreiblich. Du könntest schreien, doch hier oben auf dem Schwarzsee ist etwas Gewaltiges fast Unvorstellbares über Dir. Etwas Natürliches, etwas Mächtiges. Du gehst still in Dich und suchst nicht mehr nach dem Geheimnis, dass Dir manchmal wie eine Sucht vorkommt. Dir wird klar, das wirkliche Geheimnis eines Ultraläufers kennt nur der Berg und das ist auch gut so." 

Während Jean-Claude mir das alles erzählt hat, spüre ich, dieser Mann hat heute sein inneres Glück gefunden. Sein Sport hat ihm das gegeben, wonach er sich sehnt. Auch wenn die Anstrengungen fast unmenschlich sind. Eine kleine Träne kugelt über seine Wangen. Er gibt mir schnell die Hand. Tschau, sagt er mit bewegter Stimme. Er weint. Hunderten wird es heute wie Jean-Claude gehen. Ihr Sport ist ihr Leben, wenigstens am Wochenende.

Durchgangsschluss auf dem Schwarzsee 

Jetzt kommen die Athleten nur noch einzeln. Mit hängenden Köpfen, mit verbissenem Gesicht, mit allerletzten Kräften. 14.30 Uhr ist hier oben Schluss, dann wird die Uhr ausgeschaltet, ein Band quer über die Strecke gezogen, Ende, Schluss vorbei. Es ist 14.23, ein Läufer kommt über den Buckel, hinkend, er steckt seine Laufstöcke immer wieder heftig in den Boden und stösst sich ab. Darf ich noch weiter? Wenn Du noch Lust hast nach Zermatt hinunter zu rennen, dann los! Meint der Streckenposten. Der Läufer verpflegt sich ein letztes Mal und macht sich dann im Schneckentempo auf den Weg. 14.27: " Ich glaube wir brechen hier ab" meint der Streckenposten. Da! Sieht ihr das auch, da kommt noch eine! Ja. Hey Zeit noch nicht abschalten! Um genau 14.29.34 geht die letzte Läuferin über das Zeitmessband und lässt sich sogleich ins Gras fallen. Kaputt, fertig, erledigt. Leise sagt sie, *wahrscheinlich bin ich zu spät." Nein! Du bist genau 26 Sekunden zu früh hier oben, möchtest du den aufgeben? Nein, aber ein bisschen Ruhen. Sie liegt am Boden, mit dem Blick  zum Matterhorn. Was geht in diesem Augenblick in dieser Athletin vor? Die wirkliche Wahrheit werden wir nie erfahren, die weiss nur der Berg.

Text und Bilder Marcel Krebs Assistiert von Andrea Krebs

Diese Reportage im prächtigen wunderschönen Zermatt ermöglichte uns Zermatt Tourismus, der das Hotel- und Bergbahnen Sponsoring übernahm.

Der grossartige Sieger Martin Anthamatten

Der Zermatter lief auf dem Gornergrat als Zweiter durch. Im Run hinunter nach Zermatt konnte Anthamatten seine beiden direkten Kontrahenten Egea Aritz und Manu Moledo Merillas entscheidend distanzieren. Im letzten Aufstieg hinauf zum Schwarzsee, machte dann der Walliser alles klar. Bei den Frauen gewann die Italienerin Elisa Desco vor der Amerikanerin Stevie Kremer und der Spanierin Maite Maiora. Insgesamt standen in allen Wettbewerben 2238 Läuferinnen und Läufer am Start. 

Scratch Men 46K

1. Martin Anthamatten Schweiz 4.45.11

2. Manu Moledo Merillas Spanien 4.54.32

3. Egea Arietz Spanien Baskenland 4.56.13

Scratch Women 46 K

1. Elisa Desco Italien 5.23.46

2. Stevie Kremer USA 5.24.45

3. Maite Maiora Spanien 5.31.30 

Alle  Resultate hier...

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Martin Anthamatten auf dem Gornergrat

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Bester Schweizer im 9.Rang - Stephan Wenk aus Greifensee.

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