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Liebe Leser
Sport-heute.ch schliesst seine Tore. Nach 11 Jahren möchte ich andere Projekte verwirklichen, auf Reisen gehen und das Leben endlich in vollen Zügen geniessen. Es waren 11 wundervolle Jahre mit Ihnen. Sport-heute.ch bleibt mindestens die nächsten Jahre als Bilderbuch noch bestehen. Doch jeder Abschied kann auch ein neuer Anfang sein. Nun ist es endgültig. Ich wünsche Ihnen eine weiterhin schöne Zeit. Ich danke Ihnen für die Lesertreue und Ihre ehrliche Begeisterung mit grosser Dankbarkeit. Danke, dass ich Sie 11 Jahre verwöhnen durfte.

Tschau und auf Wiedersehen.

Ihr
Marcel Krebs

Wer weiterhin mit mir und Sämi in Kontakt bleiben will, kann dies über meinen persönlichen Blog.
www.marcelkrebs.ch.

Dear Users
Sport-heute.ch closes its gates. After 11 years I would like to realize other projects, go on journeys and finally enjoy life to the fullest. There were 11 wonderful years with you. Sport-heute.ch will continue to exist as a picture book for at least the next few years. But every farewell can also be a new beginning. Now it is final. I wish you a good time. I would like to thank the readership and your honest enthusiasm with great gratitude. Thank you for spoiling you for 11 years.

Chess and goodbye.

you
Marcel Krebs

Anyone who wants to stay in touch with me and Sämi can do so through my personal blog.
www.marcelkrebs.ch.

 

 

Dank «S(e)oul food» körperlich und kulturell satt werden

Geschrieben von Prof. Dr. Mareile Flitsch Völkerkundemuseum Universität Zürich am .

Still Foto Film Seoul food2

Das Bild aus dem Film zur Ausstellung S(e)oul food zeigt essende Menschen an einem reich gedeckten Tisch.
Still-Foto aus dem Film zur Ausstellung S(e)oul food 2016. (Bild: Völkerkundemuseum, UZH)

Dank «S(e)oul food» körperlich und kulturell satt werden
Ob als Fondue oder Raclette – Käse ist hierzulande nicht nur fester Bestandteil des Speiseplans, sondern auch Teil der kulturellen Identität. Vergleichbare Bedeutung hatte Kimchi für die Südkoreanerinnen und Südkoreaner, die in den 1960er-Jahren in die Schweiz und nach Deutschland auswanderten. Kimchi bedeutet für sie Heimatküche und Essen für die Seele zugleich. Die neue Ausstellung des Völkerkundemuseums der Universität Zürich zeigt, wie die koreanischen Einwanderer «S(e)oul food» nutzten, um ihre Herkunft und kulturelle Identität mit der neuen Alltagsrealität und erhofften Zukunft zu verbinden.


Einschneidende Ereignisse prägten Korea zwischen 1910 bis 1953: die japanische Besetzung, die Teilung des Landes und der Koreakrieg. Als in den 60er- und 70er-Jahren die Wirtschaft in Mitteleuropa boomte, migrierten rund 20’000 südkoreanische Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter – viele als Bergarbeiter und Krankenschwestern – in die Schweiz und nach Deutschland. Geprägt von starkem Heimweh fanden sich die Migranten in einer politisch, wirtschaftlich und kulturell vollkommen neuen Welt wieder, auf die sie nicht vorbereitet waren. Zu Sprachbarrieren und sozialem Abstieg gesellte sich eine gänzlich unbekannte Küche.

Knoblauch Schnittlauch Kimchi Cookie Fischer Han

Cookie Fischer-Han: Knoblauch-Schnittlauch-Kimchi. (Bild: Kathrin Leuenberger, Völkerkundemuseum,

S(e)oul food als neue kulinarische Heimat
«Das Leben der südkoreanischen Einwanderer war geprägt von einer tiefen Sehnsucht nach vertrautem Essen», sagt Mareile Flitsch, Direktorin des Völkerkundemuseums der UZH. «Gleichzeitig ist Ernährung jener Bestandteil einer Kultur, der sich einfach mitnehmen lässt, wenn man in ein anderes Land zieht – vorausgesetzt, man findet vor Ort die nötigen Grundnahrungsmittel».

Neben Reis als Hauptnahrungsmittel war dies für die koreanischen Familien vor allem Kimchi: mit Sesamöl, rotem Chili und Knoblauch scharf gewürzter und fermentierter Chinakohl, der am ehesten mit dem hiesigen Sauerkraut vergleichbar ist. «Basierend auf lebendigen Erinnerungen und praktischem Ernährungswissen erschufen sich die Gastarbeiterinnen mit der Zeit eine neue kulinarische Heimat: ‹soul food›», erklärt Mareile Flitsch, «und Kimchi stand im Zentrum dieser Kulturtechnik». Dank ihren mitgebrachten «Skills» gelang es ihnen nicht nur, körperliches und seelisches Wohlbefinden zu erlangen. Sie konnten sich mit Hilfe von «S(e)oul food» in der neuen Heimat auch individuell neu orientieren.

Einblicke in koreanisch-kulinarische Erinnerungen
Die neue Ausstellung «S(e)oul food» des Völkerkundemuseums der UZH gewährt Einblicke in die kulinarischen Erinnerungen von Schweizer Koreanerinnen und Koreanern. Sie beleuchtet eine noch wenig bekannte, aber aufstrebende asiatische Küche. Kimchi ist nationales Kulturerbe in beiden Koreas und ist mittlerweile ein internationales Konsumgut. Selbst die Strassenküchen in der modernen südkoreanischen Metropole Seoul produzieren heute eine Art «soul food»: eine Erinnerung an ein traditionelles, einfaches Mahl im hektischen Alltag mit Kimchi als festem Menübestandteil. In Europa entwickelt sich Kimchi gegenwärtig zum neuen Trendgemüse.

Seoul food Bilder Cookie Fischer Han

Cookie Fischer-Han: S(e)oul food-Bilder. (Bild: Kathrin Leuenberger, Völkerkundemuseum, UZH)

Illustrationen der Integration zwischen Kimchi und Käse
Das Thema Essen zieht sich wie ein roter Faden durch die autobiographischen Erzählungen südkoreanischer Migrantinnen und Migranten. Einen ganz individuellen Umgang mit dem Thema fand die koreanische Malerin Cookie Fischer-Han. Nachdem sie Anfang der 1990er-Jahre in die Schweiz gezogen war, erlebte auch sie die Integration in die hiesige Gesellschaft als grosse Herausforderung. Selbst ihr gewohntes koreanisches Essen liess sich in der Welt von Kartoffeln und Brot damals kaum vollständig zubereiten. Mit der Zeit schuf Cookie Fischer-Han ihren persönlichen «S(e)oul food». Zwischen 2009 und 2016 entstand die Bilderserie «The Art of Korean Cuisine». Sie sind das Ergebnis ihrer eigenen ästhetisch-kulinarischen Reflexion über Herkunft und Identität, die im Mittelpunkt der Ausstellung stehen.

Grilliertes Rindfleisch Cookie Fischer Han

Cookie Fischer-Han: Grilliertes Rindfleisch. (Bild: Kathrin Leuenberger, Völkerkundemuseum, UZH)

Ausstellung «S(e)oul food – Koreanisch-kulinarische Erinnerungen mit Bildern von Cookie Fischer-Han»
25. November 2016 bis 23. April 2017

Website S(e)oul food-Ausstellung

Völkerkundemuseum der Universität Zürich

Öffnungszeiten:

Dienstag, Mittwoch, Freitag: 10–17 Uhr, Donnerstag: 10–19 Uhr

Samstag: 14–17 Uhr, Sonntag: 11–17 Uhr (Montag: geschlossen)

Feiertage:

24.12. –26.12.2016 sowie 31.12.2016 – 02.01.2017: geschlossen

27.12. – 30.12.2016: übliche Öffnungszeiten

Eintritt frei

Publikation zur Ausstellung (Deutsch und Englisch)

Mareile Flitsch, mit Beiträgen von Martina Deuchler, Helga Picht, Cookie und Urs Fischer-Han, Olivia Fischer

S(e)oul food – Koreanisch-kulinarische Erinnerungen mit Bildern von Cookie Fischer-Han

2016. 136 Seiten. Paperback.

ISBN 978-3-909105-69-4

© Völkerkundemuseum der Universität Zürich

Mareile Flitsch, with contributions by Martina Deuchler, Helga Picht, Cookie and Urs Fischer-Han, Olivia Fischer

S(e)oul food – Korean Culinary Memories with Paintings by Cookie Fischer-Han

2016. 136 pages. Paperback.

ISBN 978-3-909105-68-7

© Ethnographic Museum at the University of Zurich

Hof Tonkruege Persimonen Cookie Fischer Han

Cookie Fischer-Han: Hof mit Tonkrügen und Persimonen. (Bild: Kathrin Leuenberger, Völkerkundemuseum, UZH)

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