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Liebe Leser
Sport-heute.ch schliesst seine Tore. Nach 11 Jahren möchte ich andere Projekte verwirklichen, auf Reisen gehen und das Leben endlich in vollen Zügen geniessen. Es waren 11 wundervolle Jahre mit Ihnen. Sport-heute.ch bleibt mindestens die nächsten Jahre als Bilderbuch noch bestehen. Doch jeder Abschied kann auch ein neuer Anfang sein. Nun ist es endgültig. Ich wünsche Ihnen eine weiterhin schöne Zeit. Ich danke Ihnen für die Lesertreue und Ihre ehrliche Begeisterung mit grosser Dankbarkeit. Danke, dass ich Sie 11 Jahre verwöhnen durfte.

Tschau und auf Wiedersehen.

Ihr
Marcel Krebs

Wer weiterhin mit mir und Sämi in Kontakt bleiben will, kann dies über meinen persönlichen Blog.
www.marcelkrebs.ch.

Dear Users
Sport-heute.ch closes its gates. After 11 years I would like to realize other projects, go on journeys and finally enjoy life to the fullest. There were 11 wonderful years with you. Sport-heute.ch will continue to exist as a picture book for at least the next few years. But every farewell can also be a new beginning. Now it is final. I wish you a good time. I would like to thank the readership and your honest enthusiasm with great gratitude. Thank you for spoiling you for 11 years.

Chess and goodbye.

you
Marcel Krebs

Anyone who wants to stay in touch with me and Sämi can do so through my personal blog.
www.marcelkrebs.ch.

 

 

Desaster im Paradies - Menschen in Not

Geschrieben von Marcel Krebs am .

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(c) Gruezi Schwiiz

 Desaster im Paradies

Dübendorf, 26.11.16 mk.  Anfangs der Woche erschien in verschiedenen Zeitungen ein Artikel von den beiden Brüdern aus dem Aargau, die wochenlang in einem selbst gebastelten Zelt mitten im Wald lebten. Ein gefundenes Fressen für die Presse um Mitleidweihnachtsgefühle hochleben zu lassen. Ehrliche Texte über die wirklichen Zustände tönen anders. Jedenfalls fand sich die Gemeinde auch nicht zuständig und besorgte nach langem Hin und Her einem der beiden einen vorläufigen Notschlafplatz. Der andere wohne nicht in dieser Gemeinde und da seien sie nicht zuständig für eine Unterkunft. Man wisse nicht, wo der Betreffende jetzt wohne, man habe ihn weggeschickt. Ein Armutszeugnis für die reiche Schweiz. Wo bleibt da ein gewisser Respekt der Anstand und die Fürsorge? Wir haben Hunderte von Hilfswerken mit Hunderten von Beratern, das Angebot reicht von Institutionen über Armen- und Altersberatung bis hin zur Arbeits- und Coachingberatung. Wir beraten lieber und predigen Wasser statt Gold und reden und denken dabei an der Armut vorbei. Ein einigermassen noch gutaussehender Armer anständig gekleidet hat kaum Chancen in diese sozialen Vorzugsvereine aufgenommen zu werden. Motto: "Wer nicht mit dem Kopf unter dem Arm kommt, der braucht nichts." Fertig und Schluss. Wenn es ums Lebendige geht, wenn es kostet, wollen wir nichts mehr von Hilfe wissen. Die Behörden sind auch mit ihrer mit Psychologen bespickten Infrastruktur hoffnungslos überfordert. Wie bw. Klienten auf dem Sozialamt in Dübendorf behandelt worden sind, konnte man im Tages-Anzeiger vergangener Wochen lesen. Arm sein ist Schande obwohl in den allermeisten Fällen grausame Schicksale vorliegen. Pfui Teufel kann man da nur sagen.

Wer glaubt, dass die beiden Brüder die Einzigen sind, die unter solchen erbärmlichen Verhältnissen leben müssen, der hat sich gründlich verrechnet. Im Tösstal im Zürcher Oberland und im St.Gallerland herrschen bw. auf den ganzjährig geöffneten Campingplätzen ähnliche Verhältnisse. Vom Schweizer Wohlstand ist da wenig zu spüren, dafür vom Elend mitten in der Camping-Infrastruktur. Die Reportage von mir, im Jahre 2011 ist unten angefügt und zeigt die Tatsachen auf, die auf solchen Plätzen und an solchen Orten vorherrschen. 

In den Wäldern im Kt. Zürich, St.Gallen, Thurgau und Schaffhausen, Aargau, Luzern leben ca. 200 Menschen in gleicher Weise, weil sie sich keinen überteuerten Campingplatz leisten können. Da hört doch der Spass auf. Die Politiker waschen ihre Hände in Unschuld, tun nichts oder stellen sich taub. Armut gibt es in der Schweiz nicht, sagen sie. Noch niemand ist auf die Idee gekommen, einen einfühlsamen Menschen für eben diese armen Menschen einzustellen. Einer der die Probleme erkennt, rasche Hilfe leisten kann und auch den Draht zu diesen Randgruppen findet. Da braucht es einen, ja, einen wirklichen Menschen, einen mit Herz und Verstand. Einen der man vergebens auf einer Sozialstelle sucht. Dabei muss man aber auch sagen, dass sich viele Sozialangestelle unendlich Mühe geben, aber ganz einfach nicht mehr geben können oder schlicht überfordert sind.

Den Politikern, die diese Ämter beaufsichtigen, fehlt halt das Wertgefühl, das Menschliche oder ganz einfach das Anstandsgefühl, um die immer grösser werdende Armut zu bekämpfen. Im Dienste als Leiter einer solchen Institution geht es für sie darum, möglichst wenig Geld auszugeben. Sie wollen gut dastehen, sie sind die Kings (wie in Dübendorf bw.) Sprüche wie, "Wir sind keine Wohnungsvermittlung" etc.zeigen bereits da ihre Unfähigkeit auf. Gerade hier müssten sie einhaken, den Bedürftigen helfen, ihnen behilflich sein, Menschlichkeit zeigen und nicht eine schwarze Null zum Ende der Legislatur zu präsentieren. Wieso darf man nicht helfen? Bw. bei der Wohnungssuche? Lieber verdonnert man die Bezüger zur sinnlosen Arbeit anstelle eins miteinander erarbeiteten Zukunfts- oder eines Masterplanes, den die Betroffenen Amtvorsteher ziemlich sicher auch nicht für sich haben. Man gibt den Arme keine Perspektive, im Gegenteil man bevormundet sie. (Kesp). Man lässt sie merken, dass sie Menschen zweiter Klasse sind. Das bringen wir im Jahre 2016 fertig. Es hat sich nicht viel geändert in der Art, wie wir und die Behörden mit diesen Problemen und diesen Menschen heute umgehen im Gegenteil, es wird tag für tag schlimmer.

Die Armen formieren sich!

Eines hat sich aber unter den Ärmsten geändert. Sie holen den nicht erhaltenen Schutz und die Liebe bei Parteien, die ihnen aus dem Herz sprechen. AFD in Deutschland, FPÖ in Oesterreich und kürzlich Romald Trump in Amerika sind beste Beispiele dafür. Trump wie die Politiker in Deutschland AFD Fr. Fauke oder FPÖ Roland Hofer, haben den Geist der Zeit erkannt. Sie geben diesen Menschen eine neue Perspektive. Sie bringen die Aufbruchstimmung und die Begeisterung für die Zweitrangigen gleich mit. Sie schaffen unter diesen Menschen von Hartz 4 oder den Sozialempfängern und den weniger priveligierten Menschen Vertrauen und bieten Ihnen Zukunftsaussichten. Sie sprechen deren Sprache und alle die genannten Spitzenpolitiker können eines gegenüber den herkömmlichen Politikern - z u h ö r e n -.

 

 Der nachfolgende Artikel und Tatsachenbericht von Marcel Krebs  stammt aus dem Jahre 2011. Geändert hat sich bis heute, wenn sie diesen lesen - nicht viel!

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Das Leiden ist unter uns
Hier esse ich, hier schlafe ich, hier verbringe ich meine Freizeit

Der Wahlsonntag ist vorbei. Viele politische "Persönlichkeiten" haben sich auf alle mögliche Weise profiliert, haben Versprechen abgegeben nur um gewählt zu werden. Die Erfahrung zeigt aber auch, das über 80% des Versprochenen niemals eingehalten wird oder ganz einfach vergessen wird. Themen wie "Stoppt die Ausländer" oder "Wir wählen liberal" etc. sind Vergangenheit. Es geht um Macht, um persönlichen Erfolg und die Stärkung der eigenen Parteireihen. Charity ist zum Modewort geworden, mit Charity holt man Punkte, mit Charity zeigt man die gute Seite, mit Charity lenkt man vom Bösen ab. Das Geschwafel, das während der vergangenen Wahlwochen bald wieder vergessen ist, ist ja auch gut. Das die Versprechen genauso versanden ist traurig und liegt im Wort Versprechen verborgen. Versprechen wird zum Verbrechen. Ein Verbrechen an der Menschlichkeit, an den Menschen in Not und die, die in absoluter Armut leben. Und diese Armut hat mittlerweile in der Schweiz eine erschreckende Grösse erreicht, Tendenz steigend. Von dieser Armut, von diesem Elend wird nicht und nie gesprochen. Die Politiker des Charity schreiten nun über den roten Teppich, er könnte mit Blut der Armen getränkt sein - so rot ist er - doch stört es?


Zürich,28.10.11 mk (mk) Hubert K. (Name geändert) ist pensioniert, verarmt und wohnt in einer Hütte mitten in unserer reichen Schweiz. Er lebt von einer bescheidenen Rente. Wer das erste Mal einen Fuss in die Hütte setzt der erschaudert. Auf dem Boden ist ein 30cm dicker Dreckbelag mit Kleidern, Büchsen, Abfällen und Zeitungsausschnitten seiner vergangen Zeit. "Es ist richtig ekelhaft, hier rein zu gehen." Es stinkt und überall liegt Müll, Müll aus vergangenen Zeiten, Müll aus einer Zeit, wo es Hubert K. noch besser ging. Vor drei Jahren ist seine Frau gestorben, die ebenfalls mit ihm in der Hütte wohnte, mitten in der Schweiz. Hubert K. ist meistens unterwegs. Er fährt mit dem Zug in die Stadt und wärmt sich wahrscheinlich in Kneipen auf. In der Hütte lässt er dennoch seinen Heizstrahler brennen. Gleich daneben steht eine 20kg Gasflasche. Gefüllt. Das noch nie was in die Luft geflogen ist, ja, das liegt in Gottes Händen.

Seit Neuestem hat er einen Verweis, das Gelände zu verlassen, wohin? Die Sozialbehörde sei auch schon da gewesen, der Polizist auch, doch unternommen hat bisher niemand was. Wieso soll man auch helfen, das Schicksal regelt solche Probleme selber, denken alle. Sagen tun sie es nur untereinander, die vielen Freunde, die unmittelbar, Wand an Wand zu ihm wohnen, wohnen an den verfaulten Wänden seiner Hütte. Sie bauen aber eher ein Mäuerchen, als Hubert K. zu unterstützen, ihn vielleicht zu fragen, ob er Hilfe braucht. Vielleicht mit ihm zusammen das Häuschen aufzuräumen. Die Kehrichtsäcke, die schon Monate und Jahre um das Haus stehen mithelfen zu entsorgen. Nein, sie helfen nicht, sie unternehmen nichts und sie denken eben wie die moderne Politik, selbst ist der Mann und noch selbstständiger die Frau.

Man wollte den alten Mann anscheinend in ein Altersheim stecken, aber da will er nicht hin - verständlich. Nächstenliebe hört sich anders an. Manchmal muss man halt auch reden und nicht nur befehlen. Alte Menschen sind störrisch wie Politiker. Sie können sich aber im Gegensatz zu den noch tüchtigen Politikern nicht wehren, wissen nicht, wie das geht, und ziehen sich immer mehr zurück,stellen sich taub und verwahrlosen immer mehr. Wir lassen dies aber zu, schauen jahrelang zu, unternehmen nichts und rümpfen nur die Nase. "Es stinkt!" Tatsächlich es stinkt, es stinkt nach Faulheit der Verantwortlichen. Für alles Mögliche finden wir Lösungen, nur für das Leiden finden wir nichts. Man munkelt unter vorgehaltener Hand, dass sich das Problem selber lösen wird, er ist ja alt, der alte Mann.

Bilder des Grauens

Die beiden Bilder sind nur Ausschnitte. Die Tatsache sieht noch bedenklicher aus. Das Dach hat ein grosses Loch, die darüber gelegte Plastikhülle ist voller Löcher, das blaue Fass, das darunter steht, überläuft. Das Wasser rinnt auf den Boden, macht den Gang zum Schlammgang, zum Todesgang. Der Anbau an das Häuschen ist längst in sich zusammengebrochen. Man hat dem alten Mann aber nie geholfen. Man hat einfach einen hohen Bretterzaun gebaut, so sieht man nichts. Für den Gestank gibt es ja Gerüche und Spray's. Wie ein Fliegenschwarm wird eine Welt der Verzweiflung weggepustet.

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Die Tür geht nicht mehr zu

Die Türe am Haus hängt schief in den Angeln. Bevor man aber dorthin kommt, muss man einige Müllberge umlaufen, und Stofffetzen, die einmal einen Vorhang waren aus dem Gesicht streichen. Fürchterlich. Hier wohnst Du also alter Mann, hier ist Dein Reich, Dein Königreich, Deine feste Burg, wie der Herr Pfarrer immer am Sonntag gesagt hat. Oder hat er da etwas anderes gemeint. Ist mit der festen Burg Gott gemeint, hilft Gott, hat er hier geholfen? Es ist ganz einfach zum Verzweifeln.

Die Politiker sind gewählt, das Leben läuft jetzt für die Gewählten auf einer anderen Ebene. Das Leid ist vergessen. Die Einen pflegen noch ihre Wunden, die anderen kassieren die ersten Gagen für den Gang in die Bundeshauptstadt. Ein neues teureres Auto muss her. Der Anzug kommt jetzt nicht mehr von Feldpausch sondern von Armani. Die Krawatte kauft sich der Mannn nicht mehr in der Migros, sondern bei Dior. Eine aus feinster Seide in Sozialtönen, Vertrauen ist wichtig, das Aussehen noch mehr. Es macht sich nicht mehr gut von Armut zu sprechen, den in der Schweiz gibt es keine.

Was wird aber aus Hubert K.?

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Der Verfasser
Als ich dieses Elend mitten in einer wunderschönen Umgebung sah, traute ich meinen Augen nicht. In der Schweiz gibt es keine Armut. Keine Armut? Diese ist grösser als man denkt. Und immer mehr Menschen können ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Die Fotos sind echt, der alte Mann ist echt und die Geschichte ist echt. Kaum zu glauben. Ich schäme mich für mein Land, die Schweiz.
Marcel Krebs im Oktober 2011

 

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Marcel Krebs war drei Jahre als Sozialcoach in Gemeinden tätig. Die Zustände auf diesen Ämtern waren auch damals für die sogenannten Sozialfälle unerträglich. Bevorteilungen für die Einen und Schikanen für die anderen durch die jeweiligen Bürovorsteher waren an der Tagesordnung. Marcel Krebs hat eine Ausbildung als Coach und Mastertrainer für Führungskräfte mit internationalem Abschluss in Kommunikation und NLP. Heute arbeitet er als freier Sport-und Reisejournalist und Fotograf.

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