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Liebe Leser
Sport-heute.ch schliesst seine Tore. Nach 11 Jahren möchte ich andere Projekte verwirklichen, auf Reisen gehen und das Leben endlich in vollen Zügen geniessen. Es waren 11 wundervolle Jahre mit Ihnen. Sport-heute.ch bleibt mindestens die nächsten Jahre als Bilderbuch noch bestehen. Doch jeder Abschied kann auch ein neuer Anfang sein. Nun ist es endgültig. Ich wünsche Ihnen eine weiterhin schöne Zeit. Ich danke Ihnen für die Lesertreue und Ihre ehrliche Begeisterung mit grosser Dankbarkeit. Danke, dass ich Sie 11 Jahre verwöhnen durfte.

Tschau und auf Wiedersehen.

Ihr
Marcel Krebs

Wer weiterhin mit mir und Sämi in Kontakt bleiben will, kann dies über meinen persönlichen Blog.
www.marcelkrebs.ch.

Dear Users
Sport-heute.ch closes its gates. After 11 years I would like to realize other projects, go on journeys and finally enjoy life to the fullest. There were 11 wonderful years with you. Sport-heute.ch will continue to exist as a picture book for at least the next few years. But every farewell can also be a new beginning. Now it is final. I wish you a good time. I would like to thank the readership and your honest enthusiasm with great gratitude. Thank you for spoiling you for 11 years.

Chess and goodbye.

you
Marcel Krebs

Anyone who wants to stay in touch with me and Sämi can do so through my personal blog.
www.marcelkrebs.ch.

 

 

Mola – ein vielschichtiges Textil

Geschrieben von Dr. Maike Powroznik Universität Zürich am .

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Eine aufwändig genähte Bluse der Guna-Frauen. (Bild: Kathrin Leuenberger )

 Es sticht ins Auge, das farbenfrohe, mehrschichtige, rechteckige Textil. Als Einsatz in Frauenblusen machte das Mola die Ethnie Guna in Panama weltberühmt. Als Sammlerobjekt hat es längst einen Wert errungen. Das Mola ist aber weit mehr als ein indigenes Kunstwerk, wie die neue Ausstellung «Anders schön in Panama – Mola nähen, Welten schichten» des Völkerkundemuseums der Universität Zürich zeigt. Diese stellt das Mola zusammen mit anderen Objekten der Guna in den Kontext ihrer Geschichte und Kultur.

Ob in Blusen eingenäht oder separat, das rechteckige Textilstück – Mola – erregt Aufsehen und ist auf dem Ethno- und Kunstmarkt beliebt. Bisherige Ausstellungen über die Guna zeigten Molagana, Plural von Mola, meistens als ästhetisch ansprechende Textilbilder – als Kunstwerke. Ein Mola ist aber noch viel mehr als das. Dies erklärt die neue Ausstellung «Anders schön in Panama – Mola nähen, Welten schichten» des Völkerkundemuseums der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit den beiden Gastkuratoren Margherita Margiotti und Paolo Fortis der Universität Durham (GB). Die Ausstellung offenbart, dass das Mola und mit ihm die bislang wenig beachtete geschnitzte Holzfigur Nudsu, Schlüsselobjekte im alltäglichen Leben der Guna sind.

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Zwei Guna-Frauen auf der Insel Ogobsuggun in Gunayala, Panama (Bild: Margherita Margiotti)

Anknüpfung an frühere Tradition der Körperbemalung
Mola-Bluse, Wickelrock, rotes Kopftuch, Perlenbänder und goldener Nasenring: Diese typischen Kleidungsstücke der Guna-Frauen sind in der Ausstellung zu sehen. Die Bekleidung hat ihren Ursprung im 19. Jahrhundert. Vorher verhüllten sich die Guna beinahe nicht und bemalten stattdessen ihren Körper. Denn nach Auffassung der Guna sind intelligente Lebewesen vor allem an ihrer gemusterten Haut oder Hülle erkennbar. Durch Kolonialherren und Missionare gedrängt, begannen die Guna ihre Körper gemäss europäischen Moralvorstellungen zu verhüllen. Dabei übertrugen sie die alten Muster der Hautbemalung auf die Stoffverarbeitung. «Mit der Mola-Technik können die Näherinnen Bilder malen und damit direkt an die frühere Tradition der Körperbemalung anknüpfen», erklärt Maike Powroznik, Kuratorin der Ausstellung, an der Medienführung.

Für die Frauen in Gunayala, dem Land der Guna in Panama, ist das Nähen von Molagana essentiell. Seit den 1970-er Jahren liegt die Produktion und der Verkauf der Textilien in ihren Händen. Die Mädchen sind bereits von Geburt an von Mola-Blusen umgeben und haben den Umgang damit verinnerlicht. Aufgrund ihrer eigenen Applikationstechnik bestehen Mola-Bluseneinsätze aus zwei oder mehreren Stoffschichten. Die Hauptmotive sind immer ausgeglichen und oft symmetrisch angelegt, wie die Ausstellung anhand einer Vielfalt von Bluseneinsätzen und auch vollständigen Blusen aus der hauseigenen Sammlung zeigt. Kennzeichnend für das Mola ist die visuelle Dichte. Seine gesamte Fläche wird von symbolischen Elementen, Mustern und Formen ausgefüllt – keine Stelle bleibt im Mola frei.

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Guna-Frauen nähen gemeinsam an Blusen-Einsätzen. (Bild: Margherita Margiotti)

Dörfer so dicht wie Molagana
Die Vielschichtigkeit und Dichte der Molagana widerspiegelt sich im Alltag der Guna. Für sie besteht die Welt unter wie über der Erde aus mehreren Schichten. Vergleichbar dicht wie die Motive auf den Bluseneinsätzen leben die Guna dicht nebeneinander. «Wohlgeordnet bauen sie ihre Häuser auf den kleinen Inseln. Und manche Frauen vergleichen ihre Dörfer mit den Nähstücken, die beide gleichmässig dicht mit Formen gefüllt sind», sagt Maike Powroznik.

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Das Nudsu repräsentiert einen helfenden und beschützenden Baumgeist. (Bild: Kathrin Leuenberger )

Nudsu: Die Holzfigur der Männer
In der Kultur der Guna existiert ein männliches Gegenstück zum Mola der Frauen: das Nudsu. Nudsugana sind geschnitzte Holzfiguren. Sie werden von älteren, im Schnitzhandwerk sehr erfahrenen Männern, hergestellt. Das dafür verwendete Holz stammt von alten und wilden Bäumen, die in der Vorstellung der Guna von Geistern bewohnt werden. Jeder Baum besitzt Qualitäten, die auf die Holzfiguren übertragen werden können. Nudsugana repräsentieren die Baumseelen und werden zu Helfern und Beschützern der Menschen. Sie können etwa Spezialisten bei Heilritualen helfen, indem sie den Kampf gegen krankheitserregende Geister aufnehmen. «Es hat ganz den Anschein, dass Mola und Nudsu als eigentliche Schlüsselobjekte in der Ordnung der Welt der Guna verstanden werden sollten», schliesst Maike Powroznik.

Ausstellung «Anders schön in Panama – Mola nähen, Welten schichten»
26. November 2015 bis 4. September 2016

Führungen durch die Ausstellung
29.11.2015, 12 Uhr:
Führung in Englisch mit den Gastkuratoren Margherita Margiotti und Paolo Fortis
17.12.2015, 18 Uhr:
Führung in Deutsch mit der Kuratorin Maike Powroznik

Begleitpublikation zur Ausstellung (de)
Anders schön in Panama – Mola nähen, Welten schichten. Mareile Flitsch (Hg.) Maike Powroznik, Magherita Margiotti, Paolo Fortis, Völkerkundemuseum der Universität Zürich, 2015. (Leporello und Booklet) ISBN 978-3-909105-65-6
29 CHF

Crafting Beauty – Designing Guna World in Panama (en)
Mareile Flitsch (Ed.) Maike Powroznik, Magherita Margiotti, Paolo Fortis, Ethnographic Museum at the University of Zurich, 2015. (Leporello and Booklet) ISBN 978-3-909105-66-3
29 CHF

Völkerkundemuseum der Universität Zürich
Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch und Freitag 10 bis 17 Uhr
Donnerstag 10 bis 19 Uhr, Samstag 14 bis 17 Uhr
Sonntag 11 bis 17 Uhr, Montag geschlossen
Eintritt frei

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Mikita Smith zeigt ihre Sammlung an Nudsugana. (Bild: Paolo Fortis)

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Blick auf die Insel Usdubu in Gunayala, Panama (Bild: Paolo Fortis )

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